Historie: Chinesisches Puppentheater

Das Chinesische Puppentheater ist ein bedeutender Teil der chinesischen Volkskunst und zugleich eine nationale Ausprägung der Kunstform Puppentheater.

Zum Begriff

Der chinesische Begriff für Puppe kuǐlěi konnte erstmals für die Tang-Zeit zuverlässig nachgewiesen werden. Er setzt sich aus kuǐ ("riesig, ungeheuer") und lěi ("verderben, vernichten") zusammen. Die etymologische Herleitung ist unklar, nach einer Auffassung geht er darauf zurück, dass die ersten Puppen in der Xia-Dynastie als Teufelsaustreiber (Fangxiang), insbesondere bei Trauerzügen, eingesetzt wurden. Seit Ende der Han-Dynastie fanden sie auch Verwendung bei festlichen Anlässen.

Geschichte

Die Entstehung des chinesischen Puppentheaters lässt sich nicht zuverlässig datieren. Ein Grund hierfür ist das Fehlen literarischer Quellen, was mit der traditionellen Geringschätzung dieser eher volkstümlichen Kunstform durch die Gelehrtenklasse zusammenhängt.

Zweifelsfrei geklärt ist nicht einmal, ob es sich um eine autochthone oder um eine importierte Kunstform handelt. Als Beweis für den chinesischen Ursprung des Puppentheaters wird gerne auf zahlreiche Legenden und Anekdoten zurückgegriffen. So soll ein gewisser Chen Ping, Ratgeber des Han-Kaisers Gaozu, durch Einsatz einer lebensgroßen Frauenpuppe den Abzug der eine Stadt belagernden Hunnen erreicht haben: Sie war so schön und lebensecht gestaltet, dass die Frau des Hunnen-Häuptlings Mao Dun um die Treue ihres Mannes fürchtete, sollte er die Festung einnehmen. Der Historiker Sima Qian verortet in dieser Zeit auch die Entstehung des Schattentheaters, mit dessen Hilfe der Zauberer Shaoweng die verstorbene Gemahlin des Han-Kaisers Wudi zum Leben erweckt haben soll. Liezi schließlich berichtet von einem geschickten Tischler namens Yen Shih, der so lebensechte Puppen zu schaffen vermochte, dass sie, als sie bei einer Aufführung mit der zusehenden Kaiserin liebäugelten, die Eifersucht ihres Gemahls weckten.

Die ältesten Formen des chinesischen Puppentheaters sind das Spiel mit Marionetten (xuánsī)   und mit Stockpuppen (zhàngtóu),  die sich beide bis in die Tang-Dynastie zurückverfolgen lassen. Einen Höhepunkt erreichte die Kunstform in der Song-Zeit, als Puppenspiele nicht nur im Palast und den Haushalten reicher Bürger, sondern auch auf Märkten und sogar in Freudenhäusern aufgeführt wurden. In dieser Periode entwickelten sich auch weitere Formen, nämlich die sog. Pulverpuppen (yàofā),  die Wasserpuppen (shuǐ),  die lebenden Puppen (ròu)  und schließlich das chinesische Schattentheater (píyǐngxì).  Während die drei erstgenannten mangels Praktikabilität bald wieder verschwanden, erfreut sich das Schattentheater noch heute großer Beliebtheit. Während der Ming-Dynastie entstanden schließlich das Handpuppen- (zhǐtóu) und das Eisendrahtpuppentheater (tiěxiàn),  die sich ebenfalls beide bis heute erhalten haben.


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Weitere Erläuterungen

von Shun-chi Wu

Fotos: Dietrich Graf

© Staatliche Museen zu Berlin

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